Am Anfang war der Sex –
und jetzt ist er dein Beruf?

Als Sexualtherapeut*in, Paarberater*in oder Beziehungscoach ist Sexualität ein wichtiger Teil deines beruflichen Lebens. Die Menschen kommen mit Fragen zu dir, die du selbst vielleicht nicht auf Anhieb beantworten kannst, die du bei näherem Hinsehen aber auch aus deinem eigenen Leben, deiner Familie oder deinem Freundeskreis kennst. Als Berater weißt du, dass Sexualität uns ein Leben lang herausfordert und von uns immer wieder neue Antworten verlangt.

Deshalb haben wir uns die folgenden Fragen vorgenommen und widmen uns gemeinsam mit ausgewählten Expert*innen immer wieder neuen und aktuellen Antworten. Wir laden dich ein, dabei zu sein und mit uns einzutauchen in das ganze Feld der Sexualität. Es gibt viel zu entdecken!

Auf dieser Entdeckungsreise wirst du Wissen erwerben, das deinen Klienten, Patienten oder Coachees zugute kommt. Aber das ist hier nicht unser einziges Ziel. Das Wissen soll auch dir selbst zugute kommen, deiner eigenen Entwicklung. Jeder Psychotherapeut muss eine Lehranalyse machen. Auch alle anderswie heilend, beratend oder pädagogisch Tätigen wollen und sollten nicht nur kolportiertes Wissen vermitteln, sondern auf dem Gebiet ihrer Tätigkeit auch selbst gereift sein. Deshalb will unser Angebot auch zu deiner eigenen sexuellen Entwicklung beitragen.

Sexualität und Identität

Worin wir uns entwickeln, das ist zunächst das Feld der sexuellen Identität, mit dem jeder Mensch sehr eng verbunden ist. Schon mit der Geburt war sie irgendwie da und dennoch – oder gerade deshalb – wirft sie manchmal Fragen auf.

Welchen Unterschied macht es, sich eher männlich oder eher weiblich zu erleben?
Was macht einen Mann oder eine Frau aus?
Welche Anzeichen stehen für das Gefühl „im falschen Körper“ zu sein?
Wie fühlt es sich, sich im eigenen Körper zu Hause zu fühlen?

Natürlich ist es nicht der Körper, der unsere Identität ausmacht. Auch die Kultur, traditionelle Vorstellungen, inneren Bilder und Fantasien sowie ganz persönliche Erfahrungen mit dem eigenen Körper fließen in die sexuelle Identität ein. Manches davon macht Angst, anderes gibt Anlass zum Stolz.
Woher kommen Unsicherheiten und Ängste gegenüber der eigenen Sexualität?
Welche Rolle spielen dabei die familiären Strukturen?
Was haben die Eltern mit der Sexualität ihrer Kinder zu tun?
Wie groß ist der Einfluss des Familiensystems auf die Wahl des Partners oder die Art und Weise, wie es gelingt die persönliche Sexualität zu erleben?

Welchen Anteil hat die Spiritualität am sexuellen Selbstverständnis – wenn überhaupt?
Was passiert im Tantra, Tao und anderen spirituellen Wegen, die sich mit der Sexualität befassen?
Können Sexualität und Liebe ein Tor zum Göttlichen sein?
Können sie Erleuchtungserlebnisse bewirken und zu einem ganzheitlichen spirituellen Erwachen führen?
Ist die Entwicklung der eigenen Sexualität vielleicht sogar eine Voraussetzung für die Entwicklung einer gesunden Spiritualität?

Wie wirken sich religiöse Vorschriften auf unsere sexuelle Identität aus?
Mit dieser Frage zeigt sich das zweite Feld, es ist das Feld der Gesellschaft.

Sexualität und Gesellschaft

Egal wie weit ein Mensch auf der Suche nach seiner sexuellen Identität vorangekommen ist, er ist damit nie alleine, sondern immer eingebunden in eine Gesellschaft. Seit ein paar tausend Jahren ist diese Gesellschaft fast überall auf der Welt eine patriarchale. Sie ist von Männern dominiert und das aktuelle Ergebnis ist die MeToo Debatte, die weltweit für Aufsehen sorgte. Wieder tauchen spannende Fragen auf, die immer neue Antworten erfordern.

Wie erleben der Mensch seine Sexualität vor dem Hintergrund der ganzen Genderdiskussionen?
Was ist heute, in den sensibilisierten Kreisen der westlichen Gesellschaft, zwischen den Geschlechtern noch erlaubt?
Gibt es die Geschlechterkämpfe überhaupt noch, oder ist die Gesellschaft schon bereit für den Geschlechterfrieden?
Braucht unsere Gesellschaft den Feminismus noch?
Was ist echte Gleichberechtigung oder Gleichstellung?
An welche Grenzen stößt diese Suche nach Gerechtigkeit, Liebe, Frieden, Transzendenz?
Ist Monogamie etwas Natürliches oder eher ein gesellschaftlicher Zwang, den es zu überwinden gilt?

In unserer Gesellschaft geht es vor allem um Arbeit, Geld und Status. Alles das wirkt sich auch auf die Sexualität und die Liebesbeziehungen aus.
Warum kann man Sexualität eigentlich kaufen?
Wie kam es zu diesem angeblich ältesten Gewerbe der Welt?
Ist die weibliche sexuelle Dienstleistung teurer als die männliche – und wenn ja, warum?
Welche Berufsfelder rund um die Sexualität gibt es? Von der Pornoindustrie bis zu ProFamilia.
Wie viel Platz und Zeit bleibt in einer stark leistungs- und statusorientierten Gesellschaft für Genuss und Sinnlichkeit?

Und wie sieht ein gesunder Umgang mit den Veränderungen unserer Sexualität im Laufe des Lebens aus?
Womit auch schon das dritte Feld sichtbar wird.

Sexualität im Lauf des Lebens

Natürlich ist die menschliche Sexualität lebendig und Veränderung ein fester Bestandteil des Lebens. Das individuelles Leben beginnt mit dem Tag der Geburt oder sogar schon mit dem Zeitpunkt der Zeugung. Schon in der Kindheit entwickeln sich die Sinne und die Lust an der körperlichen Begegnung mit anderen. In der Pubertät sorgen Hormonschübe für Lust, aber auch für Verwirrung.
Schwangerschaft und Wechseljahre stehen ebenfalls unter dem Regiment der Hormone.
Was gibt es eigentlich alles zu wissen über diese Veränderungen im eigenen Körper?
Wie nimmt die Gesellschaft Sexualität im Alter wahr, wenn sie keine Bedeutung für die Fortpflanzung mehr hat? Wird sie irgendwann einmal unwichtig? Macht es Sinn, sie zu transformieren oder gar zu überwinden?

Krankheiten werfen wieder ganz andere Fragen auf.
Gibt es eigentlich den immer wieder behaupteten Zusammenhang von Migräne und Unlust?
Was steckt hinter der Pubertätsakne?
Welche Rolle spielt die Menstruation für eine Frau und die damit eventuell verbundenen Einschränkungen?
Welche Rolle spielen Genüsse und Leiden mit der Prostata für einen Mann im Lauf des Lebens?

Mit diesen Fragen geht es hinüber in das vierte Feld, und auch wenn es hier als letztes Feld genannt wird, ist es dem Menschen im Alltag am nächsten.

Sexualität ganz konkret

Wie, wann, mit wem und warum will, kann, darf – oder soll er sogar – sexuell aktiv sein? Das sind die Fragen um die es hier geht, also Fragen nach dem ganz konkreten Erleben von Sexualität. Es wird praktisch, aber keine Angst, es bleibt intim. Es wird nichts ans Licht gezerrt, was nur im Schutz der Intimität sich aufs Schönste entfaltet. Aber es bleibt auch nichts im Dunkeln, das besser im Licht des Bewusstseins erstrahlt.

Die Fragen hier drehen sich um Vorlieben und Praktiken. Woher kommen diese eigentlich? Ist der Mensch ihnen ausgeliefert? Kann er sie erweitern oder verbessern?

Welche Rolle spielen Alkohol und andere Substanzen bei der Ausübung der Sexualität?
Wie viel Bewusstsein verlangt die sexuellen Aktivität? Ist es gut, sich erstmal im rauschhaften Strudel des Sex ganz fallen zu lassen, egal wie bewusst es dabei zugeht, oder braucht es von Anfang an maximale Bewusstheit?
Welchen Einfluss hat die Selbstbefriedung auf das sexuelle Erleben mit anderen?
Wie wichtig ist es für die Sexualität, körperlich attraktiv zu sein?
Wie gelingt es, sich wahrhaft attraktiv und liebenswert zu fühlen, und wann wird das Aussehen oder der soziale Status zur Ware, die den eigenen Wert bestimmt?
Welchen Wert hat das persönliche Erscheinungsbild im Internet, speziell in den sozialen Netzwerken? Und wie wirkt sich das auf das Liebesleben aus? Wie real ist das überhaupt, was es da im Netz zu finden gibt?

Hier geht es auch um unterschiedliche Praktiken wie BDSM und Slow Sex und um Fragen nach ihren Gemeinsamkeiten.
Aber es geht auch um den Orgasmus. Ist er wirklich das Ziel aller Praktiken? Was passiert eigentlich beim Orgasmus im Körper? Braucht es diesen Gipfel, oder ist es besser darauf zu verzichten?
Warum täuschen Frauen oft den Orgasmus vor?
Sind Männer nicht ebenso oft am Vortäuschen, aber sie täuschen vor, beziehungsfähig zu sein?
Gibt es die weibliche Ejakulation? Und gibt es den männlichen Orgasmus ohne Ejakulation?

Welches Timing ist richtig? Was ist zu früh, was zu spät? Wer macht den Anfang? Wer entscheidet, wann es vorbei ist?

Wie kann die gemeinsame Sexualität in langjährigen Beziehungen lebendig bleiben?

Mit diesem Feuerwerk an Fragen endet dieser Artikel.

Wir machen uns auf den Weg und finden Expertinnen und Experten, die Lust haben, sich mit uns auf diese Forschungsreise zu begeben.

Du willst dabei sein? Dann melde dich gleich hier an und du verpasst keine Folge. Wenn du selbst als Expertin oder Experte dabei sein willst, dann schreib uns eine Mail. Wir freuen uns auf dich!